Wasser als Produktionsfaktor

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Beispiel anhand der Türkei:
In den 80er Jahren nahm die Türkei ein gewaltiges Staudammprojekt in Angriff: Das Südostanatolien Projekt (GAP). Wasser sollte im ganz großen Stil, aus den beiden Flüssen Tigris und Euphrat genutzt werden. Zum einen sollte Hydroenergie zur industralisierung der Region gewonnen werden zum anderen sollte das Wasser zur Intensivierung und Ausweitung der Landwirtschaft dienen. Bis zum Jahre 2010 sollten 22 Staudämme und 19 Wasserkraftwerke gebaut werden. Die Kraftwerke sind für eine Kapazität von 7476 MW ausgelegt und pro Jahr soll eine Hydroenergiemenge von 27 Milliarden kWh erzeugt werden. Die Gesamtenergieerzeugung der Türkei erhöht sich durch das Projekt um 20%. Durch die Bewässerung zwischen den beiden Flüssen sollen 1,7 Millionen Hektar für die Landwirtschaft erschlossen werden, das sind etwa 9% der Gesamtfläche der Türkei. Alle Ziele der Türkei mit dem Südostanalusien Projekt nochmal aufgelistet sind:

  • Ansiedlung von Industrien (Grundlage sind günstige Stromangebote und viel nutzbare Fläche)
  • Erhöhung der regionalen Industrieproduktion
  • Gewinnung von Hydroenergie, zur Verringerung der Abhängigkeit von Ölimporten.
  • Ausweitung; Diversifizierung und Exportorientierung der Landwirtschaft
  • Schaffung neuer Arbeitsplätze in Industrie, Landwirtschaft, und Dienstleistungen
  • Hebung des Lebensstandard, entschärfung des Kurdenkonflikts

Ein Problem das offtmals nicht nur in diesem Beispiel auftritt, ist ein brisanter Konflikt mit, in dem Fall mit Syrien und dem Irak, welche an den Unterläufen des Tigris und Euphrat liegen. Die Türkei welche die Oberläufe kontrolliert, beansprucht die verfügungsgewalt über das Wasser der in ihrem Staatsgebiet verlaufenden Flüsse. Sie sieht es als ihr Recht an, die weitergeleitete Wassermenge maßgeblich zu bestimmen. Syrien und der Irak sehen die beiden Flüsse allerdings als internationales Fließgewässer mit gemeinsamen Nutzungsrechten.